Gelato – die italienische Version der Eiscreme – ist zweifellos eine der beliebtesten Süßspeisen, vor allem im Sommer. Die Geschichte des handwerklichen Gelato ist kompliziert: Niemand weiß genau, wer es erfunden hat.
Woher kommt Gelato? Spannende Fakten
Die genauen Ursprünge sind unbekannt, aber schon in der Antike bewahrten Völker wie die Palästinenser Schnee in speziellen Behältern auf, um ihn im Sommer gegen die Hitze zu nutzen. Überliefert wird, dass Pharaonen ihren Gästen sorbetartige Mischungen anboten. Angeblich servierte Kleopatra Cäsar und Antonius ein Getränk aus Fruchtsaft und Eis.
Auch die Römer kannten ihre “nivatae potiones” – kalte Desserts aus Schnee, Honig und Obst für Adel und Volk.
Im Mittelalter entwickelten die Araber raffinierte Methoden: Sie froren Fruchtsäfte in Gefäßen ein, die in Eis gelegt wurden, und verbreiteten so das “sherbet” (süßer Schnee) bis nach Spanien und Sizilien.
Wer hat Gelato erfunden?
Drei Namen sind mit der Entstehung verbunden: Ruggeri, Buontalenti und Procopio dei Coltelli.
- Ruggeri, ein einfacher Viehhändler, gewann im Florenz des 16. Jahrhunderts einen Wettbewerb am Medici-Hof mit einem Eis aus Früchten und Schnee.
- Bernardo Buontalenti (16. Jh.), Künstler und Ingenieur, fügte Milch und Eier hinzu und erfand damit die berühmte “Crema Fiorentina”.
- Francesco Procopio dei Coltelli, ein Fischer aus Sizilien, perfektionierte die Rezeptur mit Zucker statt Honig und Salz-Eis-Mischungen zum Kühlen. In Paris eröffnete er das legendäre Café Procope, Treffpunkt von Voltaire, Balzac, Victor Hugo und angeblich Napoleon.
Eines ist sicher: Der erste Gelatieri war Italiener!
Wer erfand die Eiswaffel?
1903 ließ Italo Marchioni in Washington die Eistüte aus Waffel patentieren – heute weltweit beliebt. Sie löste das Problem zerbrechlicher Gläser und machte Eis “to go” möglich. Seitdem ist die Waffel untrennbar mit der italienischen Dolci-Kultur verbunden.