Die Geschichte der Schokolade begann vor rund 4.000 Jahren in Mittelamerika, dank der Maya und Azteken, die das erste Getränk namens Xocoātl aus Kakao mit Gewürzen oder Vanille herstellten. Die Kakaopflanze galt als göttlich, weshalb ihr wissenschaftlicher Name bis heute Theobroma Cacao lautet – wörtlich „Speise der Götter“.
Seither haben menschlicher Erfindungsgeist und Neugier zahllose Rezepte hervorgebracht, die die bescheidene Kakaobohne in die vielen Schokoladensorten verwandelt haben, die wir heute kennen.
Nach der europäischen Richtlinie 2000/36/EG wird Schokolade wie folgt definiert:
Ein Produkt aus Kakaoprodukten und Zucker, das mindestens 35 % Gesamttrockenmasse Kakaobestandteile, davon mindestens 18 % Kakaobutter und mindestens 14 % fettfreien Kakao enthält.
WEISSE SCHOKOLADE
Leicht erkennbar an ihrem elfenbeinfarbenen Ton, besteht sie aus Zucker, Kakaobutter, Milch, Vanille und Lecithin (natürlicher Emulgator). Ihr Aroma ist überwiegend süß, mit Noten von Milch und Vanille. Hochwertige weiße Schokolade ist reichhaltig, cremig und zart – dank des Anteils an Kakaobutter.
Da ihr die fruchtigen und bitteren Nuancen herkömmlicher Schokolade fehlen, harmoniert sie hervorragend mit leicht gesalzenem Pistaziengeschmack (unbedingt probieren!).
Besonderheit: Sie enthält keine Kakaomasse. Der charakteristische Braunton und das klassische Aroma stammen von Kakaopulver – das hier fehlt.
MILCHSCHOKOLADE
Ein zeitloser Klassiker, den wir seit unserer Kindheit lieben! Ihre hellbraune Farbe, verführerischer Duft und sanfter Geschmack machen sie zur beliebtesten Schokoladensorte.
Typisch ist ein süßes Aromaprofil, mit Noten von Milch, Karamell und einem Hauch Vanille.
Aber: Milchschokolade ist nicht gleich Milchschokolade! Die Herkunft der Bohnen kann alles verändern: unsere Milchschokolade 47 % Venezuela-Kakao etwa erinnert an Trockenfrüchte, reife Kirschen und cremige Milch.
ZARTBITTERSCHOKOLADE
Dunkel, intensiv, ausdrucksstark: Zartbitterschokolade enthält mindestens 45 % Kakao; Extra Dark und „Dark“ reichen von 70 % bis 100 %!
Sie ist die bitterste Sorte, aber auch die gesündeste, reich an Antioxidantien und naturbelassen laktosefrei – perfekt für Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz.
Das Aromaprofil hängt von der Herkunft ab: Ecuador – kräftig und erdig; Venezuela – exotisch und floral; Peru – frisch und ausgewogen.
GIANDUIA-SCHOKOLADE
Diese historische Rezeptur stammt aus Italien, genauer gesagt aus Turin. Während Napoleons Kontinentalsperre ersetzten Chocolatiers einen Teil des Kakaos durch die berühmte Nocciola Piemonte IGP (Piemont-Haselnuss).
Anfangs wurden gehackte Haselnüsse beigemischt, später geröstet und fein gemahlen, um eine cremige Konsistenz zu erhalten. So entstand Gianduia – benannt nach einer Karnevalsfigur – und damit auch die erste einzeln verpackte Praline: der Gianduiotto!
RUBY SCHOKOLADE
Die neueste Innovation: Ruby besticht durch ihren natürlichen Rosaton, der durch einen speziellen Fermentationsprozess beibehalten wird. Die Bohnen stammen aus Ländern wie der Elfenbeinküste, Ecuador, Brasilien und Madagaskar.
Ruby-Schokolade bietet ein einmaliges Geschmackserlebnis: weder bitter noch zu süß, sondern aromatisch, mit leicht säuerlichen Noten und Anklängen von roten Beeren und exotischen Früchten.