Ob weiß, Milch oder Zartbitter – es ist schwer, ein Stück Schokolade abzulehnen… und wenn du dir ein Leben ohne sie nicht vorstellen kannst, sei froh, dass du nicht vor dem 16. Jahrhundert geboren wurdest!
Bis dahin existierte Schokolade nur in Zentralamerika und in einer ganz anderen Form als wir sie heute kennen. Kakaobohnen wurden geröstet, gemahlen, mit Wasser vermischt und zu einem schaumigen Getränk aufgeschlagen: Xocolatl – ein bitteres, belebendes Gebräu.
Für die Maya und Azteken war Kakao heilig – ein göttliches Geschenk, so kostbar, dass sie es „Speise der Götter“ (Theobroma cacao) nannten. Kakaobohnen dienten als Währung, waren mehr wert als Gold, und Schokolade wurde bei königlichen Banketten serviert, Soldaten als Belohnung für Siege gegeben und in heiligen Ritualen verwendet.
Die Ursprünge der Schokolade in Europa
Die ersten Europäer, die Kakao begegneten, waren Mitglieder von Christoph Kolumbus’ Mannschaft, aber nach Europa gelangte er um 1520, als Hernán Cortés den Hof des Kaisers Montezuma in Tenochtitlán besuchte und mit einer Ladung Kakao nach Spanien zurückkehrte.
Anfangs wurde er wegen seines bitteren Geschmacks medizinisch genutzt. Bald jedoch begannen Jesuitenmönche, Meister der Mischung und Infusion, Zutaten wie Mais, Honig, Chili und Pfeffer durch Rohrzucker und Vanille zu ersetzen und so ein süßeres Getränk zu kreieren – den Vorläufer der modernen heißen Schokolade. Ende des 16. Jahrhunderts war dieses köstliche Getränk am spanischen Hof beliebt, und ab 1585 importierte Spanien regelmäßig Kakao.
Als Schokolade erstmals in Europa auftauchte, war sie ein exklusiver Luxus für die Elite. Bei der Hochzeit von König Ludwig XIII. von Frankreich mit Anna von Österreich, Tochter des spanischen Königs Philipp III., im Jahr 1615 wurde Schokolade als prunkvolles Geschenk am französischen Hof eingeführt.
Frankreichs Beispiel folgend, übernahm auch Großbritannien die Schokolade in seinen „Chocolate Houses“, und mit wachsender Nachfrage errichteten europäische Mächte Kakaoplantagen entlang des Äquators. Dennoch war alle Schokolade handgefertigt – ein langsamer, arbeitsintensiver Prozess. Das sollte sich mit der Industriellen Revolution ändern.
Wer erfand die moderne Schokolade?
1828 entwickelte der niederländische Chemiker Coenraad Johannes van Houten ein Verfahren zur Behandlung von Kakaobohnen mit alkalischen Salzen, wodurch ein Pulver entstand, das sich leicht mit Wasser mischen ließ – bekannt als „Dutch Processing“.
Van Houten erfand auch die Kakaopresse, die Kakaobutter aus gerösteten Bohnen presste und so die wirtschaftliche Herstellung von Kakaopulver ermöglichte. Dieser Durchbruch machte Schokolade zugänglich und legte den Grundstein für die gesamte Schokoladenproduktion. Das Pulver wurde mit Flüssigkeiten kombiniert und in feste Form gegossen – die erste essbare Schokolade.
1847 schuf der britische Chocolatier Joseph Fry die erste moderne Schokoladentafel, als er entdeckte, dass die Mischung von Kakaopulver mit geschmolzener Kakaobutter eine formbare Masse ergab. So begann das moderne Zeitalter der Schokolade.